5 To Dos für die Welpenzeit

Eine spannende Zeit beginnt...

Ein Abenteuer für Dich und Deinen Welpen
Dein Hund hat seine Ursprungsfamilie und seine vertraute Umgebung verlassen und muss nun alles (kennen)lernen, was sein neues Leben ausmacht. Vor allen anderen Dingen Dich und eventuell auch andere neue Bezugspersonen. Vielleicht hast Du sogar schon Tiere im Haushalt, mit denen er zukünftig eine Ebene finden muss. Genauso wie Du die Eigenschaften und Besonderheiten Deines neuen Familienmitgliedes entdecken möchtest, möchte auch Dein Welpe wissen, mit wem er es zu tun hat. Er weiß ganz genau, dass er alleine kaum eine Chance hat zu überleben und gibt sich so ohne groß zu zögern in Deine verantwortungsvollen Hände.

Welpen haben es oft nicht leicht
Die meisten Hunde sind unglaublich anpassungsfähig und verzeihen auch Fehler im Zusammenleben. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel bereits Welpen zu leisten bereit sind, wie viel sie schon kompensieren. Zum Beispiel wenn der Mensch ungeduldig mit sich und seinem Hund ist, gegen sein Bauchgefühl auf faule Ratschläge hört oder bestimmte Dinge versäumt. Die wenigsten Welpen werden in der ersten Zeit ideal gefördert und doch gibt es so viele tolle Hunde auf dieser Welt. Der Wahnsinn! Doch wie wäre es, wenn es noch verantwortungsvoller, entspannter und liebevoller für die kleinen Fellkugeln laufen würde?

Alles, was jetzt richtig läuft, zahlt sich langfristig aus
Es mag vielleicht nicht immer die bequemste Wahl sein, schlaue Ratschläge zu hinterfragen, Eigenheiten des Welpens zu verstehen und dem ganzen Zeit zu geben und sich in die ideale Förderung seines Welpens hineinzuhängen, doch es rechnet sich. Wer am Anfang für die schnelle Lösung Beziehungspunkte opfert oder vor lauter Erwartungen den Draht zu seinem Hund verliert, wird niemals so weit kommen, wie jemand, der sich wirklich mit dem Lebewesen an seiner Seite auseinander gesetzt hat. Eigentlich ist es so einfach, wenn man nur bereit dazu ist, beide Perspektiven zu sehen. Hunde brauchen nicht so viel, um sich in unserer Welt zurecht zu finden. Sie brauchen nur jemanden, der sie verantwortungs- und liebevoll durch’s Leben führt. Wenn sie dieses Glück haben, kann nicht mehr viel schief gehen. Du wünschst Dir genau das für Dich und Deinen Hund? Hier kommen 5 To Dos:

5 To Do's für die Welpenzeit

1. Kleine Schritte machen
Egal was Du Deinem Hund alles beibringen möchtest, suche für alles ein absolutes Anfängerlevel und festige erst mal das, bis es langweilig ist. Erst danach gehst Du einen kleinen Schritt weiter. Beispiel: Dein Hund kann noch nicht alleine bleiben und Du festigst erst mal, dass er es Zuhause aushält, obwohl Du Dich nicht mit ihm beschäftigst, sondern zum Beispiel nur in ein Buch schaust. Erst wenn das längere Zeit problemlos klappt, schaffst Du langsam auch eine körperliche Trennung. Überlege Dir immer vorher, ob Dein Hund bei Deinem Plan erfolgreich sein kann. Erfolgserlebnisse sind für Euch tausend mal wertvoller als Rückschläge und Unstimmigkeiten durch unpassende Anforderungen. Du hast es in der Hand! Wenn Du immer so vorgehst, egal wie alt Dein Hund ist, kannst Du alles erreichen und zwar auf die sanfte Tour! Es fühlt sich manchmal langsamer an, ja. Aber wie denkst Du, kommst Du schneller und besser in Rom an? In möglichst großen oder in möglichst bequemen Schritten?

2. Ausgleich schaffen
Hat Dein Hund länger brav im Körbchen gelegen oder ruhig gewartet, als Du mit der Nachbarin gesprochen hast? Dann gib ihm die Möglichkeit “Hundedinge” zu machen. Schnuppern, Schlecken, Knabbern, Futter erarbeiten, Laufen, Spielen. War er gerade aktiv oder war in Eurem Leben recht viel Trubel? Lass ihn mal bewusst mehr links liegen, richte ihm eine Rückzugsmöglichkeit ein und hilf ihm dabei, runter zu kommen und ein wenig zu dösen oder sogar zu schlafen. Welpen benötigen 4-6 aktivere Stunden und 18-20 inaktive Stunden täglich, wobei die aktiveren Phasen jeweils nur 30-60 Minuten umfassen sollten. Gerade im Haushalt mit Kindern ist wichtig, dass man den Hund wirklich in Ruhe lässt, wenn er sich hingelegt hat.

Hinweis: Gassi gehen sollte man in den ersten drei Lebensmonaten nur 5-10 Minuten am Stück in einer Umgebung, die den Welpen nicht überfordert. Das kann man je nach Wohnsituation (Garten vorhanden?) aber 3-6 Mal am Tag einplanen. Vom 4. bis zum 6. Monat können es 10-20 Minuten sein, idealerweise um die 4 Mal am Tag. Die Umgebung darf hier hin und wieder auch etwas spannender werden. Im zweiten Lebenshalbjahr reduziert man die Häufigkeit auf 2-3 Mal am Tag und kann dafür auch etwas ausgedehntere Spaziergänge machen. Dennoch sollte dabei die einzelne Runde nicht länger als 45 Minuten sein. Für einen gesunden Alltagsablauf haben sich auch beim erwachsenen Hund je nach Agilität 1,5-3 Stunden bei 2-3 Runden am Tag bewährt, mehr ist meist nicht nötig. Stattdessen sollten andere Aufgaben und Hobbies zum Ausgleich Deines Hundes eine Rolle spielen, die ihn vor allem auch geistig fordern. Gerade bei Arbeitsrassen, die zum Leisten geboren sind, ist dieses Wissen sehr wichtig, damit sie nicht überdrehen!

3. Neugierig und offen bleiben
Dein Welpe wird sich natürlich von Woche zu Woche weiterentwickeln. Er wird bis zum Erwachsenenalter noch einige Phasen durchlaufen. Das kann vor allem bei großen Rassen bis zu 3 Jahre dauern. Dinge, die er nicht konnte, wird er nach und nach lernen. Dinge, die super geklappt haben, werden je nach Situation und Tagesform auch mal in Vergessenheit geraten. Sei offen für alles und erwarte nichts. Teste in neuen Situationen erst mal, wie Dein Hund so drauf ist und schraube erst dann das Anforderungsniveau hoch. So erfüllst Du auch immer das erste To Do “Kleine Schritte machen”.

4. Immer vom Guten ausgehen
Leider wird Welpen und auch älteren Hunden häufig unterstellt, dass sie gegen ihren Menschen handeln würden. Sie funktionieren nicht zuverlässig? Dann sind sie wohl stur, ungezogen und wollen vielleicht demnächst die Weltherrschaft übernehmen. Aus meiner Sicht ist ein Hund, der nicht gut “mitmacht”, was der Mensch gerade von ihm möchte, einfach noch nicht ideal darauf vorbereitet. Wie ein Drittklässler, der in der siebten Klasse andauernd Sechsen schreibt und immer wieder vom Lehrer verwarnt wird, weil seine Motivation dazu noch nachlässt (oh Wunder). Dein Hund meint sicher nichts von dem, was er tut, böse.

Selbst wenn er Deine Hand tackert, während er in Spiellaune ist, solltest Du Dich nicht gegen ihn wenden und fies werden. Zeig ihm, wie man Konflikte löst: Friedlich und ruhig. Zeig ihm, warum Du so nicht spielen magst: Ein Mitleid erregendes “Aua”. Zeig ihm, dass Du seine Botschaft verstehst: Ihm wurde es wohl gerade zu viel, er kann sich nicht mehr beherrschen und er braucht einen Ausgleich (siehe 2. Ausgleich schaffen). Selbst ein Hund, der bellt oder knurrt, hat immer Gründe für sein Verhalten. Sei nicht böse auf ihn, sondern hilf ihm einen Ausweg aus dieser Situation zu finden!

5. Fair bleiben, auch wenn es Andere meinen besser zu wissen
Die Summe aller Teile ist eigentlich das, was ich bereits erwähnt habe: Verantwortungsvoll und liebevoll zu handeln. Wenn Du die Verantwortung für das Handeln Deines Hundes übernimmst und ihn dabei liebevoll führst, kannst Du nichts falsch machen. Versuche das Handeln Deines Hundes immer erst mal nachzuvollziehen, bevor Du selbst handelst. Triff Deine Entscheidungen immer im Sinne aller Beteiligten, auch wenn das bedeutet, dass Du dazu erst mal gut Nachdenken, Reinspüren oder sogar Hilfe einholen musst. Mache Deinem Hund nicht das Leben schwer, nur weil er noch nicht perfekt ist. Setze Dich nicht selbst unter Druck und lasse Dich auch nicht durch die Meinung anderer unter Druck setzen.

Zieh ihm nicht – auch nicht auf den Rat eines “Hundespezialisten” hin – ein Halsband an, damit er nicht mehr zieht (weil es ja unangenehm für Deinen Hund ist). Pack ihn in ein bequemes Geschirr und bring ihm langsam und nett bei, wie er richtig an der Leine läuft. Schimpfe oder strafe Deinen Hund nicht, wenn er nicht auf Dein Rufen hört. Sichere ihn in Zukunft mit einer langen Leine ab und führe ihn in so einem Fall sanft zum Ziel, damit er erst mal verinnerlichen kann, was Du meinst, wenn Du rufst. Freue Dich über jede noch so kleine Verbesserung und belohne ihn ohne Reue, für alles was er gut macht! Er hat es verdient.

Dein Hund ist ein guter Hund. Er gibt stets sein Bestes. Es muss nur gesehen und gefördert werden.

Schreibe einen Kommentar

Menü schließen