Der Jäger im Hundepelz

Wie kommt es nur, dass man den Hund tagein tagaus füttert und verwöhnt und er dennoch versucht Mäuse, Hasen oder gleich ein ganzes Reh zu jagen?

Das hat oft mehrere Gründe. Nun im folgenden die 3 Wichtigsten:

1. Genetische Grundveranlagung:

Zunächst darf man nicht vergessen, dass der Vorfahre des Hundes, der Wolf, einst ein Jäger sein musste, um zu überleben. Diese genetische Grundveranlagung ist, je nach Züchtung, sogar durch den Menschen noch verstärkt worden! Bestimmte Rassen haben dementsprechend das „Jäger-Sein“ mit in die Wiege gelegt bekommen. Es macht ihm einfach tierisch Spaß und ist dadurch eine selbstbelohnende Handlung!

2. Haltung und Ausbildungsstand des Hundes:

Dazu kommt häufig, dass der jagende Hund geistig und / oder körperlich unterfordert ist. Ein Hobby wie zum Beispiel Dummytraining, Agility, Tricktraining oder Dogdancing wäre eine tolle Möglichkeit auch neben den Spaziergängen noch einen “Job” für den Hund zu finden. Auch eine gute Ausbildung und Mensch-Hund-Beziehung können bei Hunden mit Interesse an der Jagd viel bewirken.

3. Unbewusstes Bestätigen des Jagdverhaltens durch den Menschen:

Spielt man zu oft und zu unpersönlich mit schnell fliegenden Spielsachen wie zum Beispiel Bällen oder Frisbees, fördert man schnell auch die Lust auf das Hetzen von Beute. Deshalb sollte dies nicht zu lange und zu oft gemacht werden und am besten auch immer mit Sitz- und Bleib-Übungen kombiniert mit einem Freizeichen des Menschen. Auch das intensive Buddeln nach Mäusen gehört zum jagdlichen Funktionskreis und sollte besser auch so betrachtet werden – egal ob im Garten oder im Feld. Zudem ist davon abzuraten, mit Hunden, die gerne intensiv Beute erschnüffeln oder unterwegs irgendwelche Dinge auflesen und fressen, Leckerchensuchspiele in der Natur zu machen. Man kann diese Spiele aber gut durch einen Futterdummy so abändern, dass der Hund seine Belohnung nicht selbst auflesen kann sondern erst vom Menschen bekommt. Auch wenn der Hund im Freilauf schon gejagt hat und womöglich sogar Erfolg dabei hatte, wird sein Verlangen meist noch stärker.

Und schimpfen schadet mehr als es hilft, denn er hat sich beim Jagen ja schon längst selbst belohnt und nach seinem Rückweg wird er nun geschimpft und vielleicht sogar bestraft… Warum sollte er also beim nächsten Mal überhaupt so schnell wieder kommen?

Was Abhilfe schafft ist: ORGANISATION, TRAINING und SPASS ZU ZWEIT. Und natürlich: Raus aus den alten Schuhen!

Wenn man mal darüber nachdenkt zu welch speziellen Zwecken Hunde ursprünglich gezüchtet wurden und was wir heutzutage stattdessen von ihnen erwarten, nämlich nur noch süße liebe Familienhunde zu sein, ist es eigentlich erstaunlich, dass sie so wenige Probleme machen...

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